| Chronobiologische Diagnostik |
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| für Experten - Hintergrund | |
Rhythmen um uns – Rhythmen in uns
Bereits Hippokrates (460 v. Chr.) und Galen (129 – 199) haben Rhythmen in Krankheitsverläufen beschrieben, eine besondere Bedeutung kam dabei dem 7. Tag zu („...alle, die am 7. Tag mit heilsamer Entscheidung entfiebern ...“; „... ab diesem Tag wendet sich der Verlauf der Krankheit zum Guten oder es tritt der Tod ein ...“).
Im Altertum gab es erste wissenschaftliche Beschreibungen von tagesrhythmischen Blattbewegungen bei Pflanzen. Der schwedische Naturforscher Carl von Linné beschreibt 1745 eine „Blumen-Uhr“, die eine Orientierung über die Tageszeit am Öffnen und Schließen von Blüten ermöglicht. Die ersten tagesrhythmischen Untersuchungen am Menschen wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchgeführt. Ein Meilenstein in der Geschichte und Entwicklung der Chronobiologie war der Nachweis der endogenen freilaufenden Zirkadianrhythmik des Menschen.
Der zirkadiane Rhythmus, der Rhythmus der ca. 24 Stunden dauert, ist der am besten untersuchte Rhythmus des Menschen. Dieser natürliche Rhythmus zeigt sich auch unter konstanten Laborbedingungen, allerdings verändert sich dabei die Periodenlänge. Um den natürlichen zirkadianen Rhythmus aufrecht zu erhalten, sind sogenannte „Zeitgeber“ notwendig (z. B. Licht, Temperatur, soziale Zeitgeber).
Dies kann in Folge zu psychosomatischen Beschwerden, vegetativen Verstimmungen und Beeinträchtigungen des Immunsystems und schließlich zu schweren Erkrankungen führen.
Bisher konnte das autonome Nervensystem nur punktuell und invasiv gemessen werden. Über die Analyse der Herzfrequenzvariabilität (HRV) ist es nun aber möglich Einblick in das autonome Nervensystem zu erhalten.
Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit sind untrennbar mit intakten biologischen Rhythmen verbunden.
Literaturquellen
Hildebrandt, G., Moser, M. & Lehofer, M. (1998). Chronobiologie und Chronomedizin. Biologische Rhythmen – Medizinische Konsequenzen. Stuttgart: Hippokrates.
Hildebrandt, G. (1999). Die biologischen Rhythmen des Menschen – eine Übersicht. In K. Toifl (Hrsg.), Chaostheorie und Medizin. Selbstorganisation im komplexen System Mensch (S. 41-80). Wien: Maudrich.
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